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Jedermann Mittwoch, 17. Mai 2017

35. Weinreise der Jedermänner - Von der Südpfalz ins Elsass

Die fünfunddreißigste Wein- und Kulturreise führte die Jedermänner des TV Germania Großsachsen mit ihren Damen zwei Tage in die Südpfalz und das angrenzende Elsass. Die Zielorte waren sicher vielen bekannt, es konnte aber doch eine Reihe von neuen Eindrücken und Informationen gesammelt werden. Die Zahl der Teilnehmer bewies das große Interesse an dieser Reise.

Erstes Ziel war die „Villa Ludwigshöhe“ oberhalb von Edenkoben. Das klassizistische Schloss liegt in exponierter Lage am Berghang unterhalb der Rietburg. Es wurde 1852 im Stil römischer Portikusvillen fertiggestellt und diente König Ludwig I. von Bayern als Sommerresidenz. Es fügt sich gut in die Landschaft ein und bildet ein Bindeglied zwischen den bis an das Gebäude heranwachsenden Weinbergen und dem sich anschließenden Wald. Zum Tal stellt sich das Schloss in zweigeschossiger Säulenreihe in dorischer und ionischer Ordnung dar.

Im Inneren ist die gewölbte Schlossküche ein besonders schönes Beispiel ihrer Art. Die Gesellschaftsräume mit Wandmalereien, insbesondere der Speisesaal mit kleinen Veduten, die Pfälzer Burgen zeigen, haben einen eigenen Reiz. Auch die original erhaltenen Parkettfußböden mit kunstvollen Einlegearbeiten fallen ins Auge. Ein Besuch der im Schloss befindlichen Gemäldesammlung des berühmten Pfälzer Impressionisten Max Slevogt hätte den zeitlichen Rahmen gesprengt, er blieb späterer Initiative vorbehalten.

Bei gutem Wetter wurde gegen Mittag das ausführliche Picknick mit den nahrhaften Schmackhaftigkeiten wie Lachs, Forelle, Schinken und Käse auf einem Platz im alten Kern von Edenkoben  eingenommen. Danach gab es Kaffee und Kuchen, den die Damen zubereitet hatten.

Am Nachmittag folgte die Weinprobe im Weinkontor Edenkoben, einer der berühmtesten und bekanntesten Weinbaugemeinden der Pfalz. Nach einem Begrüßungssekt verkosteten die Jedermänner Chardonnay, Grauburgunder, Riesling, Merlot, St. Laurent, Spätburgunder sowie zum Abschluss einen Pinot Noir Spätlese Barrique. Der Hauptwein in der Pfalz bleibt bei aller Vielfalt der Riesling; bei den Rotweinen hat schon seit Jahren ein gewaltiger Aufschwung stattgefunden, Dornfelder und Spätburgunder werden am meisten angebaut.

Die nicht an der Weinprobe teilnahmen, besichtigten die Altstadt von Edenkoben mit zahlreichen schönen Gebäuden des 16. bis 18. Jahrhunderts, insbesondere die eindrucksvollen Tore der Winzerhöfe.

Nach der Übernachtung in der Nähe von Germersheim folgte am nächsten Tag die Fahrt nach Weissenburg (Wissembourg) ins Elsass. Bei einer Führung mit einer charmanten Elsässerin wurde die reizvolle Altstadt mit seinem gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern besichtigt. Das unverwechselbare Lokalkolorit Weissenburgs wird durch die Lauter geprägt, die sich mitsamt ihren Seitenarmen gemächlich durch die Stadt schlängelt. Höhepunkte sind das Salzhaus mit seinen übereinander gelagerten Schleppgauben, die früher zur Abtei gehörende Zehntscheuer und das vornehme Wohnhaus des entthronten Polenkönigs Stanislaus, der es fertigbrachte, seine Tochter mit König Ludwig XV. zu vermählen und in Nancy Herrscher von Burgund zu werden.

Die größte Sehenswürdigkeit ist aber zweifellos die Kirche „Peter und Paul“, nach dem Straßburger Münster die zweitgrößte Kirche des Elsass. Der alte gotische Sandsteinbau des 13. Jahrhunderts gehörte zum Benediktinerkloster der Stadt. Der ältere, viereckige Turm enthält noch Reste der früheren romanischen Kirche.  Der prachtvolle gotische Kreuzgang ist leider unvollendet geblieben, galt aber trotzdem als „der schönste im ganzen Rheintal“. Im Inneren befindet sich ein 11 m hohes Fresko des heiligen Christophorus aus dem 15. Jh., Freskomalerei aus dem 14. Jh. und die medaillonförmige Glasmalerei des „Christuskopf von Weissenburg“ aus dem 11. Jh..

Ein paar Schritte weiter befindet sich vor dem Stadttor das Bruchviertel, an der Lauter gelegen. Der Blick auf das malerische Viertel des ehemaligen Vororts mit seinen schönen alten Fachwerkhäusern und das mit einem Erker verzierte Haus des „Ami Fritz“ ist außergewöhnlich.

Nach dem Mittagessen in einem urigen Gewölbe eines Pfälzer Gasthofs sollte es eigentlich mit dem Erklimmen des Trifels weitergehen. Doch ein heftiges Gewitter zog am Nachmittag über die Südpfalz, ein Aufstieg bei Blitz und Donner wäre zu gefährlich gewesen. Es war einhellige Meinung, die Heimfahrt anzutreten.

Zurück in Großsachsen gab es im Anbau der Alten Turnhalle noch eine Stärkung bei geselligem Beisammensein.  jt

 

 

 

 

 

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