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HG Sasse Montag, 05. November 2018

Erste Saisonniederlage im Spitzenspiel

HG Saase 2   -    SKV Sandhofen     16:19 (9:12)

Nicht nur im Bezug auf Tom und Jerry sind Katz-und-Maus-Spiele eine häufige und beliebte Form der Abendunterhaltung.  Auch die zahlreichen Zuschauer in der Sachsenhalle konnten am Samstagabend ein Handballspiel zwischen der HG Saase und dem SKV Sandhofen sehen, das getrost in diese Kategorie eingeordnet werden darf. Die alles beherrschende Frage ist also: Wer war hier die Katze und wer die Maus?

Die Tabelle lieferte vorab eine klare Antwort: Der SKV Sandhofen führte die Gruppe  an und die HG Saase trat als direkter Verfolger mit dem erklärten Ziel an, die Kontrahenten vom Spitzenplatz zu verjagen. Die Rollen waren klar verteilt und genau so startete das Spiel auch: Vor allem Laura Kling machte sich hochmotiviert an die Mäusejagd und brachte ihre Mannschaft mit einem Dreierpack in Führung. Doch nach fünf gespielten Minuten und einer bis dato deutlichen 4:0 Führung für Saase krochen auch die Sandhofenerinnen aus ihren Mauselöchern. Das Kriechen ähnelte aber eher einem Sprint: Drei Tore in Folge durch die starke Lisa Hennerbichler egalisierten den herausragenden Saasemer Start, sodass sich nach zehn gespielten Minuten mit dem 4:4 scheinbar das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen eingestellt hatte. Aber Saase war sichtlich beeindruckt und zeigte statt dem schwungvollen Handball der ersten Minuten nun eine bedenkliche Inkonsequenz im Angriff wie in der Abwehr. So war es abermals die nicht zu haltende Hennerbichler, die zur Sandhofener Führung einnetzte und Jochen Dörsam und Lisa Stein zur ersten Auszeit zwang. In der Folge stabilisierte sich die Abwehr, der Angriff blieb jedoch weitgehend zahnlos. Ein Muster etablierte sich: Sandhofen setzte sich zwei Tore ab, Saase glich aus und dasselbe Spiel begann von neuem. Zum Pausenpfiff stand als Resultat ein 9:12 Rückstand auf der Uhr.

Die Partie hatten sich die Saasemerinnen bis dahin anders vorgestellt. Es war das erwartete enge Spiel, aber entgegen des ursprünglichen Plans war es die Mannschaft aus Sandhofen, die mit den Gastgeberinnen Katz und Maus spielte. Um das Spiel zu drehen, mussten dringend einige Muster aus der ersten Hälfte abgestellt werden: Die aggressiv interpretierte 6:0-Deckung Saases hatte ihnen zwar einige Konter verschafft, aber im Gegenzug auch Lücken für die sicheren gegnerischen Schützinnen geöffnet. Doch viel dringender musste der Angriff an Torgefahr zulegen. Außer Laura Kling hatte keine Angreiferin die Abwehr bisher ernstzunehmend ins Schwitzen bringen können und die Saasemerinnen rannten sich Angriff für Angriff in der Sandhofener Defensive fest. 

Doch Saase kam mit erkennbarer Einstellung aus der Kabine. Drei Treffer von Jana Florig, Mailin König und Anna Mayer brachten den schnellen Ausgleich, den Laura Kling per Siebenmeter zur ersten Führung nach gefühlt langer Zeit ausbaute. Und jetzt war er da, der offene Schlagabtausch: Dominiert von den Abwehrreihen entwickelte sich ein Spiel mit wenigen Toren, aber viel Leidenschaft auf beiden Seiten. Die Führung wogte hin und her, doch Saase schaffte es nicht, das Momentum festzuhalten. Nach einer unfreiwilligen Atempause durch die Verletzung einer Sandhofener Akteurin beim Stand von 15:16 (53.) waren es die Gäste, die die nötige Ruhe bewahrten: Saase verwarf, im Gegenzug traf Sandhofen – 15:17. Zwar traf Elena Schlag noch einmal, doch spätestens mit dem nächsten Sandhofener Treffer und einer Zeitstrafe gegen Jana Florig war die Messe gelesen. Mit dem Schlusspfiff traf schließlich die überragende Gästeakteurin Hennerbichler zum 16:19 Endstand.

Auf Saasemer Seite sah man in enttäuschte Gesichter: Die bessere Mannschaft hatte die Partie gewonnen, doch wusste man, dass man alles andere als eine Bestleistung gezeigt hatte und deutlich mehr drin gewesen wäre. Doch das Rückspiel kommt bestimmt und bis dahin werden die Saasemerinnen sich den Mund abgeputzt haben und wieder angreifen. sl

Es spielten: Trunk (Tor), Voigt (Tor), Sauer, Kling (8/3), Weber (1), Schlag (2), Mayer (1), Brüning, Müller (1), Stein, König (1), Rathai, Vettel, Florig (2)

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